Dieser Weg der Gerechtigkeit, eine Sangessehnsucht

 

Wir alle geh’n zusammen

 

D G D

Oh, der Klimakollaps kommt

G F#m

Und die Nazis aus den Löchern

G F#m Bm

Mit dem ewigen Verbrechen

Em G

An der Unschuld sich zu rächen

D G D

Soll’n wir geh’n, wohin geh’n?

Refrain:

G F#m

Und wir alle geh’n zusammen

G F#m Bm

Uns einander an zuschließen

Em G

Schutz zu geben und genießen

D G D

Laßt uns geh’n zusammen steh’n

D G D

Wenn die Macht sich noch mehr ballt

G F#m

In mehr Ungerechtigkeiten

G F#m Bm

Wünsch ich mir in solchen Zeiten

Em G

Dass Gerechte sich bereiten

D G D

Zu sich steh’n, zusammen gehn

Refrain

D G D

Dieser Mut den jemensch spürt

G F#m

Vom Zusammen mit getragen

G F#m Bm

So das Wichtige zu wagen

Em G

Statt zu klagen und verzagen

D G D

So kanns geh’n, nur so geh’n

 

Text als PDF mit Akkorden

wirAlleGehnZusam

 

Die Melodie ist eine alte, traditionelle, Schottische. Unter dem Titel „Wilde Mountains Thyme“ wurde sie in der Folk Revival Zeit der 60ziger und 70ziger häufig interpretiert.

 

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Unsere Reise endet hier

War „just in time“: Kam am Bahnhof in Maastricht mit dem Fahrrad an und hatte noch Zeit, erklärt zu bekommen, an welchem von den drei verschiedenen Automaten ich Tickets für die Fahrt nach Aachen kaufen kann. Dann hatte ich wohl noch Ankunft und Abfahrt verwechselt oder es war wirklich falsch angezeigt gewesen, ich stand zuerst am falschen Gleis. Aber der Zug rollt mit mir drin.

Hatte schreibend dann das Problem, dass ich für Deutschland ein Fahrradticket brauche. Aber das geht mit dem Mobiltelefon. Puh…der alte Mensch hat sich schon wieder umsonst Stress gemacht.

 

Die Reise ist vorbei. Die gedehnte Zeit wird demnächst wieder gestaucht. Aber die subjektive Zeitrechnung ist sowieso so’n Ding. Hatte ja bei der Anfahrt auf Dublin behauptet, dass mir eine Stunde weggenommen worden sei. Ist Quatsch, hatte eher eine bekommen.

 

Als in Belgien die geraden, gut laufenden Strecken wieder langweilig wurden, fing ich an von den irischen Single Track Roads zu träumen.

 

Warum denke ich so? Und ich glaube, dass das viele machen, immer irgendwo anders sein. Obwohl: Auf der Insel war ich oft da, wo ich war, auf dem Rad bei einem Anstieg, bei einer Abfahrt auf den Friedhöfen, in den Gesprächen, bei den Krähen und den mindestens so verrückten Staren, ich bin dem Plektrum der irrwitzig schnellen Banjo Spieler hinterher gelaufen.

Aber eigentlich ist das auch nur Projektion: Mensch kann nicht wissen, ob seine Augenblicke augenblicklich waren.

 

In Irland fragen die Menschen einen „How are you?“ Was wollen die jetzt hören….“Good“. Klappt ziemlich gut. „Wie geht’s?“ Wird das noch häufig gefragt, bei uns? Aber da ist es genauso so offen, Nein, bei uns fragt mensch das eher die Menschen die er kennt.

 

Ich hatte es auf der Reise einmal ausprobiert, in einem Pub. Die Frau hinter der Theke schilderte mir, glaube ich, ziemlich ausführlich ihr Befinden, auf die Frage :“How are you?“ Ich hatte bloß nicht so viel verstanden.

 

Mit meinem Blog ist es ähnlich. Ein Monolog von „How do I do“. Er muss ja nicht verstanden werden und es gibt immer wieder und überall dieses Bedürfnis sich mit zuteilen.

Als ich das geschrieben hatte mußte ich in Köln Ehrenfeld umsteigen, hatte eine halbe Stunde Zeit und sah das

If you see anything interesting please let someone know immediately

 

 

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Mechelen

In Belgien sind die Preise für die Eisenbahn ziemlich günstig. Warum ich trotzdem auf dem Fahrrad und am Freitag 175 km von Dünkirchen bis hierher gefahren bin?

Belgien greift mich immer wieder besonders an, ganz gleich ob Wallonie oder Flandern. Das Land mit seiner ursprünglich katholischen Klammer, zerstrittenen Regionen und dieser Art…..die eben genau zwischen den Niederlanden und Frankreich liegt. Will es ja lassen, das Bewerten eigentlich.

Eine Flandern Rundfahrt habe ich nicht gemacht und das tonnenschwere Fahrrad rollte auf flachen Strassen oft richtig schön. Trotzdem mir ein penetranten Südwind manchmal böig in die Speichen griff und es bis Gent eine gute Zeit lang regnete.

Z.B. bei der Einfahrt nach Gent fuhr ich Kilometer lang, an einer stärker befahrenen Straße an Einzelhandelshäusern vorbei, die alles denkbare, von Autos, Mode, Tierfutter usw. in jeweils freistehenden pavillonartigen, aufwendig gestalteten Gebäuden feilboten. So wie eine riesige Mall, als wenn das kleine Land zu viel Platz hätte. So etwas hatte ich auf dieser Tour und überhaupt noch nicht gesehen.

Klappe halten, Fotos zeigen

 

 

 

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GWR

Bin ja gerne im Land Ihrer Majestät und fahr auch gerne mit Great Western Railway, schon ein paar Mal; kostet zwar viel mehr als mit dem Flix Bus, aber allein wegen der Geschwindigkeit und des Fahrrads bleibt mir fast gar nichts anderes übrig.

Das Fahrrad hat geklebt gestern und heute. Die 16 km nach Bristol Temple Meads, was so eine Art Hauptbahnhof von Bristol ist, kamen mir wie die anstrengensten der ganzen Tour vor.

Hätte schon seit einer halben Stunde unterwegs sein können, aber für den Mann am Schalter war es unerklärlich, dass er kein Fahrrad buchen konnte. Irgendwann erklärte ein Kollege, ich solle einfach zum Zug und es probieren.

Und hier im Zug zeigt ein Fahrradabstellplatz an, ob er „available“ ist, das waren viele. Vielleicht kann man die, wie in verschiedenen französischen Regionen, selber im Netz reservieren; keine Ahnung. Vielleicht sollte ich mich einfach öfter in der organisierten Fahrradwelt (ADFC) aufhalten. Es gibt keinen rationalen Grund weshalb nicht. Für mich fehlt dort aber die Poesie und das Abenteuer. Die Politik dieser Fahrradvereinigung hat für mich oft die selbe Ignoranz des gleichklingenden Verbandes mit A statt F, der Tellerrand ist reichlich hoch. Habe gehört, dass es dort auch schon eine Art Sektiererei zwischen e und Bio-Bikern gibt.

 

In diesem Sinne würde ich mich auch gerne über Great Western Railway beschweren. Der Zug wackelt stärker als die „Severn Bridge“ gestern, wie beschrieben.

 

Ja, der Tellerrand der Bewertungen ist gemein; Tellerrand-Bummerang.

In Bath füllt sich der Zug stark. Aber ich habe auch einen „available“ Sitzplatz. Jetzt fährt der Zug wieder los. „Bath Spa“. Sind das alles Kurgäste, die hier zugestiegen sind?“

 

Ein Getränkewagen kommt durch. Die Dame, die ihn schiebt, fragt mich: „What can I do for you love?“ – „Liebschen was möchtest Du?“. Ich frag mich, wie ich aussehe, dass ich so angesprochen werde, was mir freilich ziemlich viel Spaß macht. Ich glaube einem Herrn in Krawatte würde das nicht wiederfahren. Ich kaufe ihr einen Tee ab und bedanke mich mit „Thank you so lovely“. Ich glaube, das war richtig.

 

Bristol ist schön, schön bunt. War die erste britische Stadt, wo öffentlich „Carnival“, auf karibische Art, als Straßenkarneval gefeiert wurde.

205 Höhenmeter hatte ich „auf der Uhr“ als von der Unterbringung knappe 17 km gefahren war und Ostwind. Wie schon beschrieben, das Rad klebt an der Straße und mein Gepäck, z.B. die Mandoline, die wie eine Heckflosse, hinten aufs Gepäck geschnallt ist, kommt mir irrsinnig vor.

 

Mann, wackelt der Zug! Hier darf eigentlich gar kein Tee ausgeschenkt werden; habe aber noch keinen verschüttet.

 

Freue mich auf London, ist immer ein Fest mit dem Fahrrad hindurch zu fahren. Paris ist , glaube ich noch besser. Und irrsinnig, wenn mensch sieht, wie diese Mega Metropolen, sich für eine vernünftigere Verkehrspolitik entschieden haben unsere konservativ geführte Hauptstadt mal wieder meint, den „deutschen Sonderweg“ gehen zu müssen. Auch in meiner Heimatstadt gibt es eine Initiative dieser Menschen, die, wie Adelige im „fin du siecle“ Kutschen brauchen, um sich dort zu bewegen, die sich „Vorfahrt Vernunft“ nennt. Ja klar, diese Kutschen Menschen gibt es in den führenden Metroplen, trotzdem genug.

 

Man , eben waren wir in Swindon und ich weiß jetzt auch warum der Zug so wackelt. Die Gleise sind zu alt für das Tempo.

Ich lade noch ein paar Fotos hoch und muß mich dann um die Navigation in London kümmern.

Das ist kein Stoppelfeld sondern ein öffentliches Rugby Feld

 

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Bristol

Ne, bin nicht von Fishguard bis Bristol mit dem Rad gefahren, nur die letzten 40 km. Zug fahren, auch mit dem Fahrrad, ist in Wales sehr entspannt.

Über die „Severn Bridge“ bin ich geradelt. Gute 1,6 km ist die Hängebrücke lang und sie benimmt sich auch wie eine Hängebrücke. Als ich um das Foto zu machen, abgestiegen war, bekam ich richtig Angst. Auf dem Fahrrad waren die Schwingungen nicht zu spüren.

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King Charles III

Ist das erste Mal, unter seiner Majestät (stimmt gar nicht, war im Winter ja schon in UK) dem Sohn, Einreise, mit Eintritt, wie damals in die DDR. Diese Bemerkung ist natürlich dumm und arrogant eingedenk, dass viele, die aus existentiellen Gründen in dieses Land wollen, gar nicht hinein dürfen.

ETA heißt das Dingen und ich habe es bequem mit der Karte zahlen können/ ist aber schon etwas her, vorsorglich für diese Reise.

Aber noch bin ich gerade in der Republik Irland, in Rosslare am Fährterminal, wo ich auch die Nacht verbracht habe.

Die Fähren ins Vereinigte Königreich waren schon weg als ich ca 8:30 PM westeuropäischer Zeit hier ankam.

Es ging aber noch eine Fähre direkt nach Dünkirchen um 0:00. Vier Radfahrer warteten auf die Öffnung des DFDS Schalters, um für ihre Reservierung ihre boarding cards zu bekommen. Irgendwann gingen sie direkt dahin, wo die Autos ihr boarding hatten und kamen auch nicht wieder.  Auf ihren Reservierungen stand allerdings geschrieben, sich am Schalter einzufinden.

Hätte ich interessant gefunden, über die See so nah an die Heimat zu kommen. Diese DFDS Linie war mir bekannt, konnte aber zu Beginn der Reise nur unglaublich teure Tickets finden, mehrfach über die 300 € hinaus.

Der Schalter öffnete nicht, aber schaute noch mal im Internet nach den Preisen. Da eröffnete sich die Möglichkeit für 320 € quasi bis an die belgische Küste zu fahren.

Unglaublich…. beim DFDS Slot für die Autos stand keins, aber es war erleuchtet.

Ob ich mir damit ein Ticket für heute kaufen könnte, fragte ich die Dame dort in dem Häuschen. Wenn heute der 28zigste wär……

Sie telefonierte, aber ca 2 h vor Abfahrt war es zu spät, um an ein Ticket zu kommen.

Nun, jetzt fahre ich in das Land seiner Majestät und später von Dover aus nach Dünkirchen.

Gestern lief es von Dungarvan nach Waterford und danach ziemlich gut auf dem Fahrrad. Waren dann über 150 km.

Anbei ein paar Fotos vom Tag, unkommentiert, muß gleich an Bord.

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Dungarvan

Habe einen Scone geschenkt bekommen. Aus dem Shamrock Restaurant kam gerade ein Mann, heraus, während ich mich umsah, ich solle einen Kaffee trinken.

O.k. ich nehme einen Tee. Einen Kaffee,.nein, einen Tee. Dann kommt irgendwann mit dem Scoon, Marmelade und Butter um die Ecke. Geht auf’s Haus.

Dann kommt er noch mal und bringt mir eine Visitenkarte vom „Townhouse“ , eine Ferienwohnung, die wohl dazu gehört.

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Youghal

Womit fange ich an?

Der Morgen war zuerst keiner Rede wert. Mein subjektiver Morgen glich eher dem eines Alltags: Heraus aus dem Quark und wohin? Das alltägliche Getriebe macht es einem leicht, aber der Urlaub erfordert Gestaltung.

Was für ein Stress, was für ein scheiß „Heraustreten aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“, aber ist diese Unmündigkeit wirklich „selbstverschuldet“? Kann mensch etwas dafür, dass er arbeiten muß?

Oder war es der Sturm, den ich unbewusst spürte, der den Tag ja auch noch ziemlich stark befeuchten würde, so viel Wasser, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen hatte?

(Antizipation, erhöht die Spannung)

 

Das erste war wohl, dass mein Zeltnachtbar, mich verabschiedete, als wenn wir alte Kumpels wären. Nein, keine Umarmung oder so. Er lief nur auf mich zu, als ich, mit dem bepackten Fahrrad an der Hand, ihm mit der anderen zuwinkte.

 

Wir hatten noch keine Worte gewechselt und da das Auto neben seinem Zelt ein französisches Kennzeichen, er selber aber mich wie ein Nativespeaker auf Englisch fragte, ob ich gehen würde, klärte er mein Erstaunen über diese Diskongruenz damit auf, das er als Ire gesandt wäre „to rule France“, aber das würde nicht einmal mit seiner Frau klappen, die Französin sei. Meine Frage, ob Jesus ihn gesandt hätte, bejahte er schmunzelnd in seinen Catweazlebart blickend, und sofort kam da neue Weisheit heraus.

Jetzt diese Sache mit den Flüchtlingen und so, das ist richtig. Wir müssen uns vermischen, das ist die einzige Lösung. Als ich dann erzählte, dass im Gegensatz zu den gezüchteten Rassehunde, die Straßenköter oft die intelligenteren und langlebigeren sein, bekam sein Gesicht noch mehr Begeisterung, aber erst dann kam er auf das Wetter. Der starke Wind heute morgen, das sei schönes Wetter. Zumindestens hatten sich da zwei Bekloppte gefunden.

 

Dann ging es runter nach Cork, wirklich 100 Höhenmeter, aber mit einem satten Anstieg zwischendurch von 15%. Da war schon deutlich der Unterschied zum unbeladenen Fahrrad zu spüren; ich hatten den Weg ja schon zweimal mit dem „nackten“ Rad gemacht.

 

Obgleich ich schon ein paar Scheiben Toast mit Cheddar und einen halben Liter schwarzen Tee, zwei Äpfel drin hatte, dachte ich es sei gut, mich mit einem „Full Irish Breakfast“ zu versehen, um die entsprechenden Kalorien für den Tag zu haben.

„Breakfast is gone!“ Sagte die Frau hinter der Theke einer Bäckerei, die ähnliche Frühstücksfunktionen wie bei uns haben; allerdings sind sie personell viel stärker besetzt.

Ich ließ das Fahrrad also weiter, gegen den immensen Südwind die gefällige Straße nach Cork herunter rollen, sang zu einer Melodie von Woody Guthrie „Breakfast has gone, Breakfast has gone…..“ . Die Iren finden das übrigens oft lustig, wenn einer auf dem Fahrrad vor sich hin trällert. Cork aber ist eine Stadt von Welt und ich ließ es schnell bleiben. Kam zügig hindurch, an bekannten Stellen, z.B. dem Pub „Charlies Bar“ von gestern vorbei; dann ging’s auf der Südseite vom Fluss bzw Hafen Richtung Osten und später bis zu einer Fähre nach Süden. Der Weg verlief als großzügiger Radweg teilweise auf einer Eisenbahntrasse als „Greenway“.

Fahrradmobilität in Cork wird gefördert, scheint mir aber wenig genutzt. Vielleicht liegt es an den vielen steilen Hängen an der Peripherie.

 

Die Rechte der „Travelers“ sind Menschenrechte. Finbar Furey ist einer von ihnen.

 

Nördliche Flussseite

Charlies Bar

Kurz davor, während ich eine Schautafel mit Abbildungen der vorkommenden Vögel anschaute, wurde ich von einem Herren angesprochen, ob ich „lost“ sei.

Er erklärte mir dann auch direkt welcher von den Stecknadel Punkten da unten im Schlick ein „Oystercatcher“ sein könnte als ich ihn das fragte.

Dann wollte er von mit wissen, ob ich Deutscher sei und erzählte von einigen Fahrradtouren an deutschen Flüssen, schwärmte von seiner Rohloff Nabe und seinem SON Nabendynamo. Das habe ich schon öfter hier mitbekommen: Deutsches Equipment ist gerade bei Tourenrädern aus aller Welt ziemlich beliebt.

Wo ich hin will? Nach „An Rinn“ . Er sprach es richtig aus, erklärt mir, das „Rinn“ so etwas wie der Zacken eines Sterns ist. „An Rinn“ Ob Irisch schwierig zu erlernen sei? Nicht schwieriger als Englisch. Die Aussprache? Ja schon….das sei ein wenig so wie Russisch, gerolltes R und so

Auf der Fähre

 

Setzte über mit der Fähre, die so groß wie eine Rheinfähre war. Der Fluss aber war bewegter und durch die Ritzen der Rampe schoss das Wasser.

 

Warum will ich nach „An Rinn“? Liam Clancy liegt da auf dem Friedhof. Ich dachte das wäre ein gutes Ziel und in seinem Wikipedia Eintrag ist der Ort Irisch benannt. „Ringville“ ist ja eigentlichlich auch irreführend, nach der Erklärung, die ich heute erhalten hatte. Gemeint ist ein Kap oder eine Halbinsel, mit dieser Bezeichnung.

 

Liam Clancy war ein Vorbild für Bob Dylan, was das Balladensingen anbelangte…..ich finde diese Clancy Brother Stories interessant, wie sie das Folk Revival mit angefacht hatten; die Jungs in ihren dicken Wollpullis, das muß irre anstrengend im Rampenlicht der 60ziger Jahre gewesen sein.

 

Und das Singen von Liam Clancy ist besonders, wirklich charismatisch…..aber bitte keinen Zauber machen (Anmerkung des Autors an den Autor)

 

In Middleton machte ich eine längere Fish’n Chips Pause und es ging bestimmt 30 km weit auf einem „Greenway“. Schon beim Losfahren hatte ich zum ersten Mal auf der Reise die Regenjacke angezogen.

Wunderbar horizontaler Regen, dachte ich. Natürlich ist das kein horizontaler Regen, bei dem sich die Wolken quasi direkt an Pflanzen niederschlagen, aber kleine, prickelnde Tropfen wurden vom Wind an die Beine und ans Gesicht getrieben. Sprühkühlung, nennen es manche. Außerdem ging es flach und schnurgerade und im Schutz der begleitenden Bäume auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke.

Was für ein Glück ich hab, dachte ich, das läßt sich aushalten. Po und Oberkörper bleiben trocken, außerdem kein Auto-Verkehr, der einen nass spritzt und sich bei dem nassen Wetter über diese zusätzlichen Hindernisse außer dem Regen noch aufregt.

Auch der Asphalt war super, hatte keine Spurrillen aus denen das Vorderrad die Füße nass schaufelt.

Das kam alles später. Und dann kam Youghal. Aber nicht einfach so. Runter ging’s wieder mit 15% Gefälle und diesmal im strömenden Regen. Das konnte ich auf dem engen Zubringer runter in die Stadt mit dem entsprechenden Auto-Verkehr und den Felgenbremsen nicht . Schieben brauchte ich auch nicht. Nur gehend bremsen. Unten war ich dann entsprechend kalt und am bibbern. So dann noch ein wenig durch die Stadt, mit quietschenden Füßen in nassen Sandalen…..und irgendwann hatte ein super B&B sich meiner erbarmt.

 

 

 

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Eine richtige Stadt

Jup, war wirklich so: Blackpool heißt das Viertel, durch das ich gestern Abend gekommen bin. Es hat zwar einen anonymen Einkaufspark mit gleichem Namen, wenn man von Norden aus runter in die Stadt kommt.
Danach fingen die schmaleren Straßen an und da kam ich heute nicht weiter, bzw. mußte schieben.

Ein Straßenfest konnte es ziemlich gut zeigen; hier scheint es so etwas wie einen Kiez zu geben; sogar eine Frau in Uniform schien jedermann zu kennen, wie eine Dorfpolizistin.

Sitze in „Charlies Bar“, am Lee, dem Fluss, der sich dann in den größten, natürlichen Hafen Europas ergießt.

Eine Session spielt gerade „Banished Misfortune“ Mag ich sehr gerne diesen Jig, richtig schön zwischen Moll und Dur. Meisten erkenne ich die Tunes nicht oder besser: Ich kenne sie nicht.

17:00 und schon im Pub. Ist doch egal, mein Bier ist alkoholfrei. Und es ist Urlaub. Einfach durch die Stadt laufen einfach gucken wie es läuft, was kommt und da schon wieder….

Cork hat mich zumindest ziemlich beeindruckt. Der Campingplatz ist, wie schon beschrieben und gute 90 Meter höher; da oben scheint es ziemlich fein zu sein; vereinzelte schicke, große Häuser.

Aber gerade bei Tageslicht sah die Stadt schön normal aus, nicht rausgeputzt für irgendwen. Da waren Häuser, vielleicht zweigeschossig mit Gassen wo niemals ein Auto reinpassen würde.


Und verkatert ist die Stadt auch nicht. Die Formulierung passte mir bei der Vortagsbeschreibung einfach gut in den Text.

In dem Blackpooler Einkaufsparadies war die Hölle los und ich hatte ein wenig gebraucht, um eine neue Warnweste, High-Vis-Vest heißen die Dinger, in einem Baumarkt zu finden. Aber dort gab es keine Spur von Sonntag, in der Stadt ist es eher zu merken. Der echte Einzelhandel ist zu.

Und immer weiter klingt dieser wunderbare Musikteppich, schön weich mit zwei „Irish Flute“ einer Geige, einem Akkordeon, richtig schön…….

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Cork

Die drittgrößte Stadt Irlands und die zweitgrößte der Republik. Die Wiesen der grünen Insel sind hier gelb und trotzdem habe ich das Gefühl, meine Wäsche auf der Leine bewachen zu müssen. Es könnte ja regnen.

Eben tummelte sich ein kleiner Franzose, in dem Alter in dem mensch alles anfassen und untersuchen muss, auf dem Campingplatz zwischen der Wäsche; zum Glück kam er nicht so hoch. Auf seinem Babysuite, obgleich er ein Baby nicht mehr war, stand „Roi der Câlin“. Als ich „Câlin“ erklärt haben wollte, nahm die Mutter den Kleinen auf den Arm und knuddelte ihn.

„Ah, en Allemand, ‚Knuddelkönig‘.“ Aber irgendwie hätte ich mir das sparen können. Die deutsche Sprache oder ich selbst scheinen immer irgendwie invasiv zu sein.

Gestern Abend bin ich zum Sonnenuntergang die 10 km runter nach Cork gefahren. Da wurde ziemlich klar in einer Großstadt zu sein. Zuerst ging’s durch Viertel die noch überhaupt nicht gentrifiziert schienen, so als wenn das arme, alte Irland hier eingefroren wäre. Aber unten am Fluss knallte moderner Glas-Beton-Stahl und jede Menge Schickmick.

Aus den Pubs, das meiste, was ich aber sah, waren eher Lounges oder sowas, war nirgendwo traditionelle Musik zu hören. Die Vergnüngssucht, unglaublich und komisch. Jede Menge junge, auf- oder eher abgebrezelte, eher freigelegte Frauen, die aber gar nicht unbedingt zu den eindeutigen Zwecken unterwegs schienen. Sie saßen in riesigen Gruppen, ohne Männer, herum, hatten einen Mordsspaß (Womit ich nicht meine, dass Frauen Männer brauchen, um Spaß zu haben. Steht mir nicht zu, dass zu beurteilen)
Keine Ahnung, wie das funktioniert, wofür das gut ist. Zum Glück muss mich das auch nicht im wörtlichen Sinne inter-essieren; als Phänomen aber schon und höchstwahrscheinlich ist es ein schon längst beschriebenes, das ich einfach nicht mitbekommen hab. Gleichwohl ist es ein ganz anderes Bild, als ich es von ausgelassenen, urbanen Wochenenden aus dem Süden kenne. Die Weiblichkeit ist hier vorherrschender und brachialer, der Alkoholkonsum schneller und stärker.

Die Wäsche ist immer noch nicht trocken. Ich will aber gleich noch mal runter nach Cork und mir die verkaterte Stadt angucken.

Und ich mache Unfug:

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